Ich bedanke mich im Voraus für die Gesellschaft meiner zwei Prinzessinnen Sonja und Michaela. Für ihre schönen Kommentare natürlich auch.
Ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd...
Zusammen macht das eine Villa Kunterbunt und so wie wir damals mit Pippi, Tommy und Annika dort hineinziehen wollten, so gern würden wir doch auch jetzt gern die Modelvilla kapern. Die wird nämlich nun endlich bezogen und dafür gibt es streng zu befolgende Regeln: Ohne Kreischen keine Competition, ohne Zickereien keine Einschaltquoten. Amelie darf nicht zu den coolen Kindern in den Luxusloft, sie muss in einem "kleinen" Raum "ohne richtigen Schrank" und mit einem winzigen Bad auskommen. Ja. Die Welt ist schlecht, immer und überall Krieg, Hunger und kleine Zimmer in Luxusvillen. Wobei man natürlich wieder sagen muß: Das ist ja durchaus gewollt. Man könnte ja eine Villa mit gleichgroßen Zimmern mieten, aber dann streiten sich die Mädchen nicht und dann kann die Jury nicht die Augen verdrehen und Heidi nicht "Typisch Mädchen" sagen, dabei hatte sie sich bestimmt auf diesen Satz sehr gefreut. Wäre schade drum. Letztendlich klärt sich dann aber, "wer mit wem schläft..." und Thomas kann die Mädchen mit Wurst und gut platzierter Propaganda vollstopfen. Mal wieder gibt es Markenschminke und Markenkaffee zu sehen, artig trinken die Mädels aus den bunten Bechern ihren Vorrat an Werbegeschenk-Röstung. Greuel.
die perfekte Rebekka aber gönnt uns heute einen Schnitzer: Sie ist ein schlechter Verlierer. Wie schön.
Im Anschluss müssen die Mädchen ihre Top 3 der Mädchen benennen und Jil bekommt sofort um die Ohren gehauen, dass sie sich nicht selbst genannt hat. Ich möchte Frau Klum ohrfeigen dafür, gerne könnte sie auch mal Bescheidenheit als erstrebenswert loben und nicht immer nur auf Ehrgeiz drillen. Welcher egoistische Idiot nennt sich schon selbst in seiner eigenen Favoritenliste? Zaphod Beeblebrox vielleicht, und erklär dann mal Karl Lagerfeld, warum dein Topmodel zwei Köpfe hat...
"halten und knuffen und spielen..." und schleudern
Ein Fotoshoot mit Babys. Naja. Wo soll ich anfangen? Mit der Babythematik wurde schon mal nicht sehr sensibel umgegangen. Da war die Rede von "rumschleudern" und "wenden", als wäre ein Kind tatsächlich nur ein Accessoire wie jedes andere auch, dann war es außerdem kein Spaß, den Kleinen beim Weinen zuzuschauen. Schlussendlich waren auch die Fotos nicht mal annähernd den Stress wert, kaum jemand sah gut aus in seiner barocken Verkleidung. Einzig und allein Sihes Foto hatte Stil, weil sie auch nicht dumm grinst unter ihrer Perücke. Die meisten Mädchen ähneln einer bösen Stiefmutter und die weinenden Babys passen sehr gut dazu. Dann gibt es auch noch ein speziell böses Baby, das ist tatsächlich witzig anzuschauen. Leider bleibt die Babyappealkampagne ziemlich farblos.
Amelie wird noch fix als Klassenbeste gekürt und erzählt das natürlich sofort allen. Auch den Part, in welchem Jana eigentlich den Preis bekommen hätte. Ich stell mir das so vor: Amelie kommt hinein, meint das es Spaß gemacht hat und dann sagt hinter der Kamera jemand: "Erzähl doch mal, was genau die Heidi gesagt hat. Wir brauchen das noch für den Cut." Ist euch mal aufgefallen, dass solche provokanten Sätze im Stil "Ich war die Tollste" sehr, sehr häufig mit einem verhuschten Blick in die Kamera gesprochen werden? Nur eine Mutmaßung ohne stichhaltigen Beweis, natürlich.
Und die Evian Flasche geht an...
Jana. Die macht ihre Sache in letzter Zeit sehr gut, wird deutlich als neue Favoritin gehandelt und...ja. Das Spiel kennt man ja. Wer am Anfang eine Rakete war, wird ab der Halbzeit geschimpft, weil überholt von den anderen. Rebekka und Joana müssen verblassen, weil man ihnen nach oben keinen Spielraum mehr lässt. Jana ist jetzt frisch und gut, aber wie lange wird das halten? Vielleicht so lange, bis Sihe endlich der rettende Schwan wird? Oder bis Anna Lena ihre Westside Story erlebt hat? Es scheint bezeichnend, besser man gehört bei Germany's Next Topmodel nicht zu den frühen Vögeln - sonst ist man am Ende der Wurm.
Wet T - Shirt, übrigens. War doch witzig, oder? Das Rebekka-Bashing langweilt nun langsam sehr.
Sarah Brightman's Zeit Auf Wiedersehen zu sagen
Liebe Joana. Du bist einfach so gegangen. Hast nicht mal Lebewohl gesagt. Und auch noch dein Bild von der Wand gestohlen. Weißt du, was du bist? Ein kluges Kind. Schluss mit lustig, Schluss mit Show - Joana geht und erklärt niemandem, warum. Verständlich, denn bei ihrem letzten Versuch, Heidi Klum davonzulaufen, wurde sie von allen Seiten derartig bedrängt und bequatscht, dass sie es dann doch hat bleiben lassen. Den Fehler möchte sie nicht noch einmal machen, ergo schleicht sie sich davon. Nochmal eine kleine Mutmaßung ohne Beweisführung: Gibt es in der Top Ten schon langsam die ersten kleinen Verträge, die sich auf zukünftige Jobangebote beziehen? Will Joana sich vielleicht nicht verdient machen? Und merkt man nicht sowieso, dass Joana nun plötzlich nach anfänglichem Hype nur noch niederschmetternd negativ kritisiert wurde und, wie Thomas dann ja verraten hat, wußte man nicht schon, dass sie für die Top 3 nicht vorgesehen war? Was auch immer zutreffen mag und was nicht, Joana hat sich richtig entschieden. Absolut widerwärtig ist, dass niemand ihr gute Gründe zubilligen möchte oder es gar als eine Kritik an der Show verstehen will, dass sie geht. Ich will es aber gerne so verstehen, denn immerhin zieht sie einer Verabschiedung eine Flucht vor. Was gibt es wohl für Orte, vor denen man so flieht...?
LACH DOCH MAL! OH, BITTE, BITTE...
Hatte ich nicht bereits erwähnt, die Mädchen sollten sich die Mühe sparen, ihre Kleidung überhaupt wieder anzulegen? "Das ist doch kein Kleid, das is'n Bikini mit Tüll!", ruft neben meine adlige Mitschauende, als der Live Walk beginnt. Und so ist es auch. Amelie bekommt etwas mehr Tüll als Belohnung für ein gutes Fotoshooting, Rebekka reißt sich den Tüll einfach ab und wirft ihn zu Boden und Marie muss wieder Extra-Aufgaben erfüllen. Heute: Ernsthaft lachen. Dazu nur in Kürze: Lasst doch mal das Mädchen in Ruhe. Wer nervös vor einer Jury noch den Lachflash mimen soll, kann doch nur einen Epic Fail erleiden.
Lisa leidet derweil an ihrer editorialen Schublade, in der sie angeblich dann doch nicht ist. Da tanzen meine Augenbrauen wieder Limbo, denn nicht jedes Mädchen kann in jeder Sparte ein Überflieger sein und so hat Lisa ganz recht damit, dass es zu wenig High Fashion und damit nicht viel für sie zu tun gibt. "Man kann nicht aus jedem Fisch einen Vogel machen.", meint die andere adlige Zuschauerin an meiner Seite. Genau.
Jil muß gehen, was schade ist. Dennoch ist die Entscheidung sehr unspektakulär, es zeichnet sich schließlich langsam ab, wer sich an die Spitze drängelt.
Für mich hört die Sendung hier auf
Und das hätte sie auch für andere tun sollen. Das pure Ziel einiger Aktionen scheint es zu sein, möglichst viele Tränen aus den Mädchen rauszudrücken. Das muss ich dann aber nicht mehr kommentieren, weil es nichts mit Modeln zu tun hat. Und erzählt mir bitte nichts von "an die Grenzen gehen", "aus sich herauskommen", "über sich hinauswachsen". Nichts davon ist eure wahre Intention. Hauptsache ist, ihr könnt Panflötenmusik unter spektakuläre Bilder setzen.
Fazit
Nachdem die vorhergegangene Folge sehr schön gemacht war, entpuppt sich diese mal wieder als nicht besonders reizvoll. Die Fotos waren vor Allem im Entstehen eher fragwürdig, die Challenge war eine Zumutung, der Live-Walk war ein Reizwäschekatalog. Frau Klum beschwerte sich, dass den Mädchen wo wenig einfiel beim Shooting. Die Macher der Sendung jedoch scheinen auch Kreativdepressionen zu haben.
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